OLED - Was ist das eigentlich?

Noch vor ein paar Jahren war der Begriff OLED ferne Zukunftsmelodie. Heute ist die Verwendung von OLEDs besonders im TV-Bereich bekannt.

Doch was genau bedeutet OLED eigentlich?

Was kann so eine OLED besser als eine LED?

Und werden sie bald die gesamte Beleuchtungsindustrie revolutionieren?

 

Was genau bedeutet OLED eigentlich?

Der Begriff OLED ist die Abkürzung des englischen Begriffs „organic light emitting diode“, zu Deutsch: organische Leuchtdiode. Im Unterschied zur OLED ist eine LED anorganisch, sowohl Leuchtdichte als auch ihre elektrische Stromdichte ist geringer und sie benötigt keine einkristallinen Materialien. 

Die besondere Materialeigenschaft macht vor allem den Einsatz in biegsamen Bildschirmen sehr interessant.

 

Bei einer normalen Glühbirne wird der Strom durch ein Gas bzw. einen Draht geleitet. Bei OLEDs dagegen, fließt der Strom durch extrem dünne organische Schichten. Diese betragen in ihrer Gesamtdicke ca. 500nm - zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist in etwa 100-Mal dicker. Diese Schichten werden entweder aus kleinen Molekülen, sogenannten SMOLEDs bzw. SOLEDs (engl. small molecule organic light emitting diode) oder aus langkettigen Polymeren, sogenannten PLEDs (engl. polymer light emitting diode), gefertigt.

 

An der Grafik kann man den sandwichartigen Aufbau einer OLED sehr gut erkennen. Die organischen Schichten (leitende und emittierende Schicht) sind zwischen zwei großflächigen Elektroden eingebettet. Diese Elektroden sind eine negativ geladenen Aluminiumschicht (Kathode) sowie eine positiv geladenen Indiumzinnoxid-Schicht (Anode). Zumeist ist das Trägermaterial Glas. Wie bei LEDs bestimmt auch bei OLEDs die Molekülstruktur der verwendeten Halbleiter die Lichtfarbe.

 

Was kann so eine OLED besser als eine LED?

OLEDs haben eine Gesamtdicke von ca. 1,8mm, d.h. sie sind extrem dünn und haben ein sehr geringes Gewicht.

 

  • Die organischen, größtenteils transparenten Schichten haben eine Dicke von etwa 500nm, was die OLED so flach macht, dass sie biegsam ist.                                                                                               
  • Ihr Licht ist so blendfrei, dass man problemlos direkt in die Lichtquelle sehen kann. Bei allen anderen gängigen Leuchtquellen, wie z.B. LED oder Glühlampen ist dies nicht der Fall (Lieber nicht ausprobieren!).                   
  • Das Licht wird weich, ohne scharf Schatten ausgestrahlt und besitzt eine hohe Farbwiedergabe.                   
  • OLEDs lassen sich stufenlos dimmen, bieten eine flexible Farbsteuerung und geben sofort nach dem Einschalten ihre volle Leistung ab.                                                                                              
  • Besonderer Vorteil ist, dass OLEDs nicht heiß werden und somit auch keinen Kühlkörper benötigen. Durch diese Eigenschaft können sie nahe an empfindliche Materialen gebracht werden.                                     
  • Sie bringen sofort volle Leistung, lassen sich stufenlos über den Betriebsstrom Dimmen und sind extrem flexibel in der Farbsteuerung.                                                                                                    
  • Sie können nahe an empfindliche Materialien gebracht und ohne Verbrennungsgefahr berührt werden.          
  • OLEDs sind umweltfreundlich, da sie keine Giftstoffe enthalten und recyclingfähig sind. 

 

Und werden sie bald die gesamte Beleuchtungsindustrie revolutionieren?

Diese Frage lässt sich aktuell schwer beantworten. Größtes technisches Problem stellt die geringe Lebensdauer der OLEDs dar. Eine weitere Herausforderung birgt die Entwicklung von transparenten Kunststoffen. Diese sind notwendig um die organischen Schichten über eine sehr lange Lebensdauer vor Kontakt mit Wasser und Sauerstoff zu schützen, da diese sonst sehr schnell zerfallen.

 

Aktuell gibt es hauptsächlich Designerleuchten mit OLED-Technologie. Sofern die Hürden von Lebensdauer und Schutz überwunden werden, die Produktion massentauglich und somit kostengünstig gestaltet werden kann, können OLEDs zukünftig eine echte Bereicherung in der Beleuchtungsindustrie darstellen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Aussenleuchten mit Bewegungsmeldern (Dienstag, 12 Juli 2016 22:45)

    Sehr interessanter und lehrreicher Artikel! Ich bin sehr gespannt, was uns die OLED Techologie in der Zukunft noch so alles an netten Spielereien bringen wird. Vor allem die Eigenschaft der Biegsamkeit wird garantiert in vielen Bereichen einen Einsatzzweck finden!